JAPAN 2007    Online Reisebericht  

 

15.5. Kyoto - Keine kulinarische "Überraschung" beim Frühstück.

Wie unser Reiseleiter gestern meinte, sollte man sich beim Essen in Japan öfters auf Überraschungen gefasst machen. In den Restaurants sind zwar die angebotenen Speisen jeweils immer im  Schaufenster ausgestellt, damit man sie vorher ansehen kann. Allerdings weiss man dann noch immer nicht, was drinnen steckt bzw. nach was es schmeckt.....

So soll es auf einer der japanischen Inseln eine "Spezialität" geben, die zwar nach Vanilleeis mit Karamellsauce aussieht, in Wirklichkeit aber Aalwurst mit Sojasauce ist. Was für die Geschmacksnerven dann natürlich ein leichter Schock ist, wenn man innerlich auf Vanilleeis eingestellt ist....   Beim Frühstück im Hotel gabs aber keine dieser "Überraschungen".  Es gab zwar auch japanische Spezialitäten zur Auswahl, aber wir hielten uns heute noch an "Bekanntes" 

Kyoto ist eine alte japanische Kaiserstadt, die 1100 Jahre Sitz des Kaiserhofes war. Sie hat heute ca. 1,5 Millionen Einwohner. Eine Besonderheit der Stadt: laut unseres Reiseleiters, der Japanologie studiert hat, ist die Sprachweise in Kyoto etwas umständlich und sehr ausschmückend. Eine Tischreservierung in einem Restaurant könnte in korrekter Weise in etwa so ausfallen: 

Entschuldigen Sie, dass ich Ihre Ruhe störe, ich wollte Sie höflichst fragen ob es irgendwie möglich wäre einen Tisch für heute Abend zu reservieren. Ich bin ja nur der Reiseleiter und frage im Auftrag meiner Reisegruppe an. Ich würde gerne mit dieser Gruppe in ihrem ehrenwerten Restaurant speisen. Deswegen wage ich es Sie zu stören und wollte anfragen, ob ich mit 29 Personen  morgen Abend in Ihr ehrenwertes Restaurant kommen könnte um bei Ihnen das Abendessen einzunehmen. Und ob es für Sie angenehm wäre, wenn wir um 19 Uhr in ihrem ehrenwerten Lokal erscheinen würden.  

Unser Reiseleiter sagte, eine kürzere Version davon würde besonders in Kyoto Verwirrung verursachen und auf Unverständnis stossen. Bei der einfachen Frage "Kann ich für heute abend einen Tisch für 30 Personen reservieren"  würden sich die Kyoter denken: "was hat der für eine  flegelhafte und brutale Art sich auszudrücken".

Sogar bei der Verabschiedung beim Telefonieren "tuts" bei den Kyotern nicht einfach nur eine "normale" Verabschiedungsfloskel. Unser Reiseleiter meinte, jedesmal wenn er mit jemanden aus Kyoto telefoniere, habe er das Gefühl, dass sich der Andere am Ende des Gespräches langsam und vorsichtig "ausblende" - sowie bei einem Lied, das gegen Ende hin leiser wird.... 

Wir sollten uns für den heutigen Tag eine leichte Verpflegung für den Bus mitnehmen, da es zeitmässig nicht möglich war, irgendwo in einem Restaurant zu Mittag zu essen. Wir hatten uns schon am Vortag ein Bananenbrot und eine Fruchttasche gekauft. Haben uns dann aber auch unterwegs ein paar kleine Snacks gekauft, unter anderem ein paar Reiscracker m. Sesam, Chilli (sehr scharf) und einer Gewürzmischung, sowie ein Cracker in Nori (Seetang) - das leicht würzig-fischig schmeckte, aber nicht schlecht war. Dann probierten wir noch Teigtaschen mit Kürbis und Pilzen, sowie als Nachtisch eine Tüte Mangoeis. Das Eis in Japan ist auch sehr gut und fruchtig.

Und was gabs zu sehen: Heute besuchten wir den Ryoanji Steingarten, der dem Zen-Buddhismus  gewidmet ist. Der Zen-Buddhismus ist eine der vielen Absplitterungen des Buddhismus. Für ihn spielt das Nirvana eine eher untergeordnete Rolle. Es zählt hauptsächlich das "Hier und jetzt", er wird auch esoterischer Buddhismus genannt. 

Im Anschluss daran gings zum Nijojo, dem Stadtschloss des Shoguns. (Shogun= ab dem 10. Jahrhundert bis 1868 hatte der Kaiser die militärische Macht dem sogenannten Shogunat überlassen)

Der Shogun war das Oberhaupt dieser Militärmacht. Sein Palast in Kyoto wurde mit einer besonderen Art von "sprechendem" Holz-Boden ausgestattet, der beim Begehen "zwitschernde" Töne von sich gab. Dieser Boden warnte den Shogun vor unerwünschtem Besuch, Eindringlingen oder vor Feinden.

Shogun Palast

Bild unten: Silberner Pavilion m. Garten

Silberner Pavilion m. Garten

Bild unten: Unterwegs zum Heian Schrein in Kyoto

Heian Schrein in Kyoto

Heian Schrein in Kyoto 

Heian Schrein in Kyoto

Geisha / Maiko

Eine Geisha ist eine Art "Gesellschaftsdame" (japan. Gei= Kunst, Sha= Person), die sich für ihre Gesellschaft bezahlen lässt.

Wie weit geht nun diese "Gesellschaft"? Unser Reiseleiter erklärte das so: Eine Geisha ist zwar käuflich, aber die Käuflichkeit hat auch seine Grenzen. Einerseits gibt es schon Geishas, die auch einen "Tanasamma" (reichen Gönner) haben, der auch für Liebesdienste bezahlt. Andrerseits hat es nichts mit dem Rotlichtgewerbe zu tun, obwohl es auch da Ausnahmen gibt. Eine richtige Geisha ist sehr auf ihren Ruf bedacht und tritt auch nicht überall auf.

Es gibt ca. 1500 Geishas in Japan, davon allein ca. 600 in Kyoto.

Eine gut gebuchte Geisha (die Geishas heissen in Kyoto eigentlich Geko) kann pro Tag 3000 bis 4000,- Euro verdienen. Wobei eine Stunde in etwa 1000,- Euro kostet. Eine Maiko, die noch in der Ausbildung zur Geisha ist, verdient vergleichsweise 350,- Euro pro Stunde. Die Ausbildung dauert ca. 5 Jahre und beginnt um das 15. Lebensjahr herum. Sie umfasst hauptsächlich Tanz, Bewegung, Konversation, Gesang und das Spiel mit der japanischen Laute. Diese Ausbildung ist sehr teuer und wird während der Ausbildungzeit von der "Lehrerin"  der Geishaschule getragen, muss aber von der Maiko danach zur Gänze zurückgezahlt werden.

 

Bild unten: Kiyomizu Tempel / JishuShrine

 

Kiyomizu Tempel / JishuShrine

Kiyomizu Tempel / JishuShrine

Der "Liebesstein" beim Kiyomizu Tempel

Der Liebesstein - in ca. 25m Entfernung liegt der zweite dazugehörige Stein. Es wird gesagt, dass man den ersten Stein mit der Hand berühren muss, um dann mit geschlossenen Augen den zweiten zu finden. Wenn man diesen zweiten Stein sozusagen "blind" erreicht, wird man im Leben auch den richtigen Partner finden. Wenn man Hilfe benötigt den zweiten Stein zu finden (indem einem jemand den Weg ansagt), wird man auch im wirklichen Leben die Hilfe eines anderen benötigen. ....

 

 

 

Kiyomizu Tempel / JishuShrine

Kiyomizu Tempel / JishuShrine

Abends ging die ganze Gruppe in ein original japanisches Restaurant. Hier sitzt man  beim Essen in einer "Kuhle" (= eine Vertiefung im Boden unter dem Tisch -für die Beine ). Es gab mehrere Gänge (aber - wie der Reiseleiter vorher schon sagte, keine "Schweinereien" - bzw. keine "exotischen" Speisen). Die einzelnen Gänge bestanden aus Salat, gebratenen Nudeln, gebratenen Gemüse, gebratenem Schweinefleisch, japanischer Pizza, Reis, scharf eingelegtem Gemüse, mit Fleisch gefüllten Teigtaschen und als Nachtisch Vanilleeis und Teufelswurzel-Gelee. Dazu gab es ein japanisches Softdrink-Getränk, das milchig aussah und nach Kokos schmeckte. Dazu noch japanischen kalten Sake, der überraschenderweise nicht mal so stark war (aber vielleicht kam mir das nur so vor, weil ich vorher das scharf eingelegte Gemüse gegessen hatte). Jedenfalls hatte er bei niemanden "Auswirkungen".

Das Lokal selbst war eine Art japanische Kneipe, ausgestattet mit dunklem Holz, rustikal und sehr gemütlich. Das Essen war übrigens hervorragend.

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