CHINA 2006

Online Reisebericht China und Hongkong

12.Mai 2006  Yangzijiang (Yangtze River) - Wanxian

Die Nacht am Schiff war angenehm, wir hatten keinen keinen Seegang, nur ein leichtes Schaukeln war zu vernehmen. Leider ist heute das Wetter nicht besonders, es ist leicht neblig und kalt. Nach dem ergiebigen Frühstück werden alle Passagiere zum Briefing gebeten - wo man mit den Sicherheitvorschriften vertraut gemacht wird. Im Anschluss daran gibts eine Massage-Vorführung, die wir uns aber nicht ansehen. Danach eine Akupunktur Vorführung, die recht interessant und informativ ist. Eine Amerikanerin stellt sich als Testobjekt zur Verfügung, sie hat Schmerzen in den Fingern. Der Arzt setzt Ihr 2 Nadeln an und erklärt, dass es schon öfters vorkam, dass Patienten bei der ersten Behandlung "umgekippt" seien - und zwar nur aus Angst vor den Nadeln... Daher sei es wichtig sich zu entspannen... Nach der Behandlung von ca. einer viertel Stunde meint die Amerikanerin, sie verspüre keinen Schmerz mehr. Meistens braucht es allerdings mehrere Behandlungen, bis sich ein merkbarer Erfolg einstellt.

Um halb eins gehts dann zum Mittagessen - Lunchtime! Am Buffet ist wieder eine riesige Auswahl. Um 14h erfolgt schliesslich unser erster Landgang -  Wanxian*, wo wir uns bis ca. 17h15  aufhalten werden. Diese Stadt wurde im Zuge des Staudammbaues umgesiedelt und einige Meter höher neu erbaut. Über eine Cable-Car (Kabelbahn) geht es von der Anlegestelle auf den Pier, wo uns schon wieder einige "Hallo-Leute" begrüssen. Die Stadt ist relativ hügelig, wenn nicht gar bergig. Die ersten Häuser, die wir sehen sind noch alt und sehen heruntergekommen aus. Es ergibt sich ein ähnliches Stadtbild wie in Chongqing. Die Häuser kleben aneinander - Schwalbennestbauweise nennt man das hier. Dunkle, schmale Seitengassen, Haus an Haus, Balkone mit verrosteten Geländern, gewaschene Wäsche dahinter. Chinesen mit dunklerer Haut als in anderen Gebieten, mit wettergegerbten Gesichter - neugierig schauend - da kommt wieder ein Bus mit Langnasen - schaut her.

*Wanxian ist Ersatzprogramm statt dem Shibaozhai -Tempel, der derzeit restauriert wird.

Wanxian

Wir besuchen eine Familie, die im Zuge des Staudammbaues umgesiedelt wurde. Je 20 m² pro Person wurde den Leuten von der Regierung zugedacht. Für umgerechnet 43,- Euro pro m² konnte sich die Familie Wohnfläche hinzukaufen. Die Leute waren vorher Bauern, nun haben sie einen kleinen Gartenanteil vor dem Haus,  den sie selbst bepflanzen können. Die Wohnung ist für Europäische Verhältnisse spärlich eingerichtet - aber gepflegt und hat trotzdem alles was man so braucht, sogar ein Gästezimmer ist vorhanden. Die Leute sind sehr freundlich und beantworten bereitwillig unsere Fragen.

Diese "Familienbesuche" sind in China Gang und gebe - stellt Euch aber mal vor, bei Euch käme fast täglich eine Reisegruppe, die dann durch die ganze Wohnung marschiert. Könntet Ihr Euch das vorstellen...? Ich irgendwie nicht.... 

Die nächste Station ist dann der Markt. Schmale Gassen, verschachtelte Häuser, links und rechts Marktstände mit allem was man sich denken kann: Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch usw. Zwischendurch kommen uns sogenannte "Stangenträger" entgegen, die Obst, Gemüse oder schwere Dinge an einer Stange baumelnd über der Schulter tragen. Ich werde von einem Mann mit dem Handy fotografiert - als Gegenleistung frage ich mit Handzeichen ob ich auch ihn ablichten kann. Die meisten Chinesen haben keine Probleme damit - manche freuen sich sogar, von einer Langnase fotografiert zu werden. Da meine Badepantoffeln kaputt gingen, kaufe ich mir bei einem Marktstand um 10 Yuan (1 Euro) ein neues Paar mit Playboy Häschen drauf.

   

Unauffällig werde ich von dem Mann mit dem Handy fotografiert - woraufhin auch ich ein Foto mache - dafür darf er von mir noch ein weiteres machen :-)))

 

Geflügelmarkt

Danach besuchen wir einen Kindergarten. Ein sehr freundlicher, heller Innenhof begrüsst uns. Die Kinder singen uns ein paar Lieder vor. Dann  - so ist es üblich - muss unsere Gruppe ein Lied zum Besten geben - "Häschen in der Grube".  Anschliessend gehts raus auf den Hof, Ball spielen. Jeder von den süssen Kleinen will fotografiert werden und natürlich auch gleich das eigene Foto am Display bestaunen.

 

Danach besuchen wir noch das Museum, wo wir sehen können wie früher die Leute manchmal beerdigt wurden: in einem ausgehöhlten Baumstamm, der an der Felswand der Schlucht hochgezogen und dort in eine Art Höhle hineingeschoben wurde. Damals war es üblich, dass der Tote sogenannte "Grabbeigaben" bekam - Dinge die er im Leben gebraucht hatte, sollte er auch im Jenseits nicht missen müssen. So soll es schon mal vorgekommen sein, dass die eigene Frau als Grabbeigabe diente.

Die East King

Mit vielen Eindrücken verlassen wir Wanxian und es geht zurück auf die East King. Am Abend haben wir das Captains Meeting wo sich der Kapitän des Schiffes vorstellt und alle Passagiere begrüsst. Anschliessend gibt es Abendessen. Das Essen an Bord ist übrigens SPITZENKLASSE!

Last but not least sehen wir noch eine Show in Valentinos (das ist der Showraum des Schiffes). Die meisten der Angestellten am Schiff haben mehrere Aufgaben und Funktionen. So kann es vorkommen, dass das Zimmermädchen abends in der Show performt. Oder der Kellner beim Emfangskomitee beim Einschiffen der Passagiere die Trompete bläst.....

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