CHINA 2006

Online Reisebericht China und Hongkong

11.Mai  Xian - Chongqing - Yangzijiang (Yangtze River)  Einschiffung auf der East King ****

Leider regnet es heute in Strömen.... Wir bekommen noch ein gutes Frühstück (Buffet) im Hotel, vorher heisst es aber Koffer packen, da sie um 7h30 vor der Zimmertüre abgeholt werden. Um 8h30 werden wir schliesslich vom Bus "aufgefasst" und wir fahren zum "Stelenwald" wo es alte Steintafeln mit eingeritzten chinesischen Schriftzeichen zu bewundern gibt. Diese Steintafeln waren eine Art Lehrbücher, die damals von Studenten benutzt wurden um Texte zu kopieren, indem sie die Tafeln mit Farbe bestrichen und so mit Reispapier einen Abdruck der Schriften anfertigten.   

 

Weiter gehts zur alten Stadtmauer von Xiang, ein beeindruckendes Bauwerk von 14 km Länge.

Stadtmauer von Xian

Um 13h15 ist dann unser Abflug nach Chongqing, der grössten Stadt der Erde mit über 30 Millionen Einwohnern. Im Flugzeug der chinesischen Hainan Air bekommen wir trotz Flugzeit von nur ca. 1 Stunde ein leckeres Sandwich mit Schinken und aromatischen Kirschtomaten. Um 14 Uhr erreichen wir schliesslich die Millionenstadt Chongqing. Beeindruckend der Verkehr und die Hupkonzerte, die scheinbar hier Gang und gebe sind, da jeder so fährt wie er will. Ein Fussgänger hat's hier nicht leicht, besonders wenn er über die Strasse will. Beeindruckend auch der Kontrast zwischen den Altbauten in den Aussenbezirken und den Neubauten im Stadtkern. Nüchterne , unfreundliche Plattenbauten mit verrosteten Balkongittern, dunkle Löcher von Geschäften in den Vororten der Stadt. Je weiter es in das Zentrum geht, umso freundlicher wird die Baustruktur, bis sich Chongqin ganz im Zentrum  in eine moderne, pulsierende Großstadt verwandelt - mit Grünflächen, grosszügigen Plätzen und nobler Shopping - Fussgängerzone. Wer das erste Mal von draussen reinfährt, hat das Gefühl auf einem anderen Planeten zu sein, so gross ist der Kontrast. Aber auch die Aussenbezirke haben für uns ihren Reiz - sie sind so hässlich, dass sie schon fast wieder schön sind. Ich weiss nicht, ob es jedem in unserer Gruppe so geht, aber Chongqing - die Millionenstadt, die bei uns daheim fast keiner kennt - war eines der vielen Highlights auf dieser Reise. Gerade wegen dieser Kontraste. Und noch etwas interessantes - lt. Cheng sind hier in diesem Gebiet Europäer so selten wie Pandabären - und das macht sich auch bemerkbar ... wieder einmal werden wir Langnasen von den meisten bestaunt ....

Wir machen Halt im Zentrum am Volksplatz mit der Volkshalle, die dem Kaiserpalast nachgebaut ist. Auf dem riesigen Platz sind einige Schulklassen unterwegs. Und wie sie uns sehen, kommt Bewegung in die Menge - wir werden regelrecht umzingelt, es wird gewunken und gerufen - wir stecken in der Menge und rund um uns Kinder die lachen, winken und schreien... so muss man sich als Prominenter fühlen....

Volksplatz

Volkshalle von  Chongqing

 

Danach werden wir in der Fussgängerzone in der Innenstadt abgesetzt, wo wir 1 1/2 Stunden bummeln können. Und wir sind auf Kaffeesuche - finden aber nichts. Jedenfalls beinahe nicht.  Bis wir auf einem Schild das englische Wort "Milo Coffee" sehen. So - und wo ist nun der Coffeeshop?  Wir entdecken einen Lift und steigen mal ein, drinnen ein freundlicher Chinese und ich frage ob er englisch versteht und wo man einen Kaffee bekommen kann. Englisch kann er nicht, aber das Wort Coffee scheint ihm nicht fremd zu sein, jedenfalls drückt er für uns die 3.Etage. Die Tür geht auf und ein Restaurant taucht vor uns auf - ich frage die Empfangsdame (da wir nur mehr eine viertel Stunde Zeit haben) "Do you have coffee for take away?" Coffee wird wieder verstanden, aber das andere scheinbar nicht, jedenfalls werden wir zu einem Tisch geleitet und bekommen die Speisekarte in die Hand gedrückt. So und was nun?  Die Karte ist zwar auch auf Englisch, aber Espresso ist keiner dabei. Und wie nun erklären, dass man den Kaffee schwarz und zum mitnehmen will... ? Die  Kellnerin kann scheinbar nicht englisch und holt sich Hilfe, die nächste Angestellte versteht uns auch nicht. Plötzlich stehen 4 Angestellte vor uns, jede wirklich bemüht uns zu verstehen. Mir kommt die rettende Idee, ich sage Coffee, zeige auf die Uhr, laufe mit den Fingern auf dem Tisch und zeige nach draussen. Und jetzt klappts. Eine andere Angestellte kommt und sagt "your coffee is cooking" und fragt (halleluja!) Sugar, Milk? Und so bekommen wir doch noch unseren schwarzen Muntermacher ....

Danach gehts zum Abendessen - diesmal eine Spezialität von Chongqing - den Feuertopf. Feuertopf wird folgendermaßen serviert: auf einen runden Tisch mit Gasflamme in der Mitte kommt ein zweigeteilter Topf mit 2 verschiedenen Suppen, eine Seite sehr scharf, die andere milder. Diese Suppe wird auf der Gasflamme zum Kochen gebracht, dann werden Zutaten wie Wurst, Fleisch, Fisch und Gemüse hineingeworfen und gegart.  Diese Zutaten werden danach wieder herausgefangen, in eine scharfe Sauce gedippt und so dann gegessen.

Feuertopf

  

Dazu gibt es einen Ginseng Schnaps oder einen Schlangen - Schnaps (siehe Bild oben rechts). Für den Schlangen Schnaps werden Schlangen in  Schnaps eingelegt.  Vom Geschmack her ist er aber gleich wie der Ginseng Schnaps. Wie schon öfters bringt unser Tisch wieder mal die halben Angestellten des Restaurants zum Lachen.

Nach dem Essen gehts mit dem Bus zu einem Supermarkt, da am Schiff die Getränke wesentlich teurer sind. Wir decken uns mit Cola und Wasser ein (Wasser deswegen, weil in China das Leitungswasser keine Trinkwasserqualität hat).  Dann gehts zum Einschiffen auf die East King. Und es regnet schon wieder.....

Die East King ist ein luxuriöses 5-Sterne Schiff. Es gibt Shopping-Möglichkeiten, einen Beauty Saloon, Fitness Center, Restaurant, Sonnendeck, eine Wäscherei, ein Business Center und einen Veranstaltungsraum mit Bar. Die Zimmer sind ausgestattet mit Bad, Wc, Minibar / Kühlschrank, TV und Telefon. Wobei Telefonate relativ teuer kommen würden, da die Verbindungen über Satellit hergestellt werden. So würde EINE Minute ca. 9,- US Dollar  kosten und dieser Tarif ist fällig, sobald man die 9 wählt (damit bekommt man eine Aussenleitung). Also ein teurer Spass, den wir nicht nutzen werden...

Um 22Uhr legt die East King schliesslich ab und los geht unsere Fahrt entlang des Yangzijiang.

Hafen von Chongqing

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