CHINA 2006

Online Reisebericht China und Hongkong

7.Mai Beijing - Sommerpalast, Nachtzug nach  Zengzhou

Gleich nach dem Frühstück machen wir zuerst eine Shoppingtour in einem Shopping Center, wo es unter anderem gefälschte Markenware zu kaufen gibt. Jedes Stockwerk ist anderen Artikeln gewidmet, so gibt es Bekleidung, Seide, Schmuck, Taschen, Sportartikel und Nobeluhren. Cheng hat uns schon gesagt, dass man hier HÖCHSTENS die Hälfte vom angeschriebenen Preis zahlen darf - wenn nicht nur ein Drittel. Ich finde 2 T-Shirts um je 80 Yuan (statt 180 Yuan), was soviel ist wie 8 Euro  (Kurs ca. 1:10) und 2 T-Shirts um um je 60 Yuan (statt 180 Yuan), sowie eine Tommy Hilfiger Armbanduhr um 50 Yuan (5 Euro). Erfahrungsgemäss ist es am Besten, wenn man "Thank you" sagt und weggeht, denn dann kann man sicher sein, dass der Verkäufer einem noch mal nachruft.

Anschliessend gehts zum Sommerpalast des Kaisers, ein prachtvoller Bau mit dem längsten überdachten Wandelgang der Welt (728m Länge). Das Dach schützte den Kaiser beim Spazierengehen vor grosser Hitze und Regen.

Der Wandelgang im Sommerpalast

 

 

Besonders schön auch das Marmorschiff

"Hallo-Leute" beim Sommerpalast

Das Abendessen ist wieder mal Spitzenklasse. Dann anschliessend fahren wir gleich zum Bahnhof, wo um 22h30 der Nachtzug nach Zhengzhou geht. Zuerst werden wir in den Warteraum geführt, am WC vorbei wo es penetrant "herausduftet", dass es einen fast umhaut. Der Schlafwagen ist wirklich gepflegt (vor Jahren solls angeblich ja noch anders gewesen sein). Wir haben einen Waschraum im Wagon, sowie 2 WCs, ein normales und ein  "Boden-WC" (eine im Boden eingelassene Porzellanschüssel). Das Abteil ist immer für 4 Personen, jeder hat eine frisch bezogene Decke und Polster, es ist zwar eng - aber  gepflegt. Wir sind mit Thea und Werner in einem Abteil, ein Super-nettes Pärchen aus Mannheim. Cheng hat für alle Reisschnaps und Zimtblütenwein besorgt und so haben wir mit den anderen in der Reisegruppe eine Art "Gang-Party" vor den Schlafabteilen. Lachen ohne Ende! Und wer weiss wie ich lachen kann, der weiss wovon ich rede.... und ich bin nicht die einzige "Lachwurze" hier ...Cheng erzählt von einem Kollegen, der Schwierigkeiten mit der deutschen Aussprache des "sch" hatte (eine wahre Geschichte).  Der Kollege - auch ein Reiseleiter - hatte eine 70-jährige Dame in der Gruppe.  In einem Geschäft meinte sie, sie habe zu wenig Bargeld mit und wolle sich eine Jadefigur kaufen. Mit was sie denn da zahlen könne. Und sein Kollege meinte dann, mit Kreditkarten oder "Secks" (er meinte "Schecks", konnte aber - wie gesagt - das "sch" nicht aussprechen). Sie hat dann natürlich mal gross geguckt, da sie "Sex" verstanden hatte...

Kurz bevor unser Wagon abgehängt wird, gehen wir dann doch zu Bett, es ist schon weit nach Mitternacht.

8.Mai Zhengzhou - Shaolin Kloster, Busfahrt nach Luoyang

Lang haben wir nicht geschlafen, es hat morgens sicher um die 28 Grad im Abteil - die Fenster konnte man leider nicht öffnen. Alle mal ab in den Waschraum, Katzenwäsche machen und kurz darauf kommen wir schon in Zhengzhou an. Ein neuer Reiseleiter begrüsst uns, ab jetzt bekommen wir für jede Region einen lokalen Reiseführer dazu. Cheng wird uns jedoch die gesamte Reise begleiten. Frühstück bekommen wir in einem Hotel in der Innenstadt, dann gehts gleich weiter - wir besichtigen das im Jahre 495 gegründete Shaolin Kloster. Ab 527 soll hier Bodhidharma, ein indischer Mönch die Schulrichtung des Zen gegründet haben. Hier werden und wurden die Mönche ausgebildet, es gibt zahlreiche Tempel, das Ganze umschwebt ein Duft von Räucherstäbchen. Im Umkreis des Klosters gibt es auch zahlreiche Kung-Fu Schulen, die die Kampfsportart lehren.

Eingang zum Shaolin Kloster

Eingang zum Shaolin-Kloster

Der liegende Buddha

Pagodenwald im Shaolin Kloster (die Gräber von den Mönchen)

Mittagessen gibts dann in einem ländlichen Restaurant, auch sehr gut. Das Essen muss man sich in China so vorstellen: ein grosser runder Tisch, in der Mitte eine grosse drehbare Glasplatte mit verschiedenen Speisen drauf und jeder nimmt sich, was ihm schmeckt. Diesmal gibts sogar eine Art "Pommes" (schmeckt aber etwas anders als bei uns).

Danach gehts nach Luoyang, ein - für Chinesische Verhältnisse - "grösseres Dorf" mit 1,3 Millionen Einwohnern (kein Witz, das ist für China klein). Hier ist eher Landbevölkerung und da sind "Langnasen" DIE Attraktion. Man wird angesehen wie ein Alien, aber die Leute sind freundlich, wollen sich teilweise sogar mit uns fotografieren lassen. Man sieht allgemein in China eher wenig europäische Reisegruppen, aber viele chinesische. 

Die Stadt Luoyang (bzw. das "Dorf") ist  nicht sehr ansprechend, sehr viele Plattenbauten, sehr nüchtern. Der Fluss ist leider eine Kloake, da werden die ganzen Abwässer reingepumpt. Das Peony Hotel ist spitzenmässig (alle Hotels bis jetzt). Es sprechen nur sehr wenige englisch, und wenn dann nur sehr schlecht, sogar in den Hotels ists teilweise ein Problem. Unser Reiseleiter Cheng ist spitzenklasse, er hat Deutsch studiert und spricht auch dementsprechend gut (ohne "r" Fehlel). Auch unser "neuer" lokaler Reiseleiter ist Spitze und hat auch immer ein paar Witze auf Lager.
In den Restaurants sind englisch übersetzte Speisekarten eher selten, man wäre da allein echt verloren, man kann absolut nix lesen! Das chinesische Essen ist Spitzenmässig (und das mir, wo ich so heikel bin). Heute Abend gibts fakultativ eine Fussmassage, aber wir schauen uns statt dessen die Innenstadt an. Im Coffeeshop des Hotels trinken wir zum Abschluss des Tages noch 2 Espresso und bestellen dazu einen Bananacake (Bananenkuchen). Der Kuchen kostet nur (sage und schreibe) 1 Yuan, was soviel ist wie 10 Cent (!!). Es handelt sich dabei aber nicht um EIN STÜCK Kuchen, sondern um den ganzen Kuchen, eine ca. 20cm lange Kastenform.....

Ach ja, heute hatte ich "Premiere", habe das erste Mal - notgedrungen -  ein ORIGINAL China-WC benutzt. War aber nicht so schlimm - es war relativ sauber und mit Musikberieselung und Räucherstäbchenduft (im Shaolin Kloster)

 

Übrigens: Das WC heisst hier in China "die Halle der inneren Harmonie" :-))

9.Mai Luoyang - Longmen Steingrotten, Zugfahrt über 5 Stunden nach Xian

Nach dem Frühstück im Hotel (wo es unter anderem LECKERE chinesische Nudeln gibt) stehen die Longmen Steingrotten am Programm. Auf der Fahrt dahin sehen wir die neuen Stadtteile von Luoyang, die gerade erst vor kurzem aus dem Boden gestampft wurden. Hier wurden alte Gebäude und Bauernhäuser abgerissen und die Leute in die neuen Häuser umgesiedelt. Und da muss ich nun mein gestriges Urteil über Luoyang zum Teil revidieren. Denn diese neuen Häuser und Gebäude sehen sehr ansprechend aus.

Bei den Longmen Grotten angekommen sagt uns unser lokaler Reiseleiter gleich zuerst mal, wo man die innerliche Harmonie regulieren kann. Von drei "Hallen der Harmonie" ist eines ein 4-Stern WC (nicht ernst nehmen!), eines ist ein C ohne W und beim Dritten riecht es nicht  so wunderbar, man solle da am Besten alles zumachen - die Augen, die Ohren und die Nase. Nachdem das geklärt ist, sehen wir gigantische in Stein gehauene Buddhas, sowie auch winzige ca. 4cm grosse Figuren, von denen jede ein anderes Gesicht hat.

Nach den Longmen Grotten gehts wieder zum Bus und dann weiter zum Bahnhof, wo uns um 13.15 Uhr wieder eine über 5 Stunden dauernde Zugfahrt erwartet. Und hier essen wir die beste Nudelsuppe aller Zeiten!!! ENDLICH! Es handelt sich um eine Art Instant-Suppe, die mit brühend heissem Wasser übergossen wird, das es überall im Zug gibt. Sehr würzig und kein Vergleich zu den anderen Suppen, die wir hier in China nur "gekostet" haben und die eher fade schmeckten.

Zwischendurch bieten die Zugbegleiter komische Kreisel an, die bunt blinken und "Happy Birthday" spielen, was wieder mal Lachstürme auslöst... Wir fahren durch ländliches Gebiet, leider haben wir wieder relativ diesiges Wetter und zwischendurch auch Regen, sodass die Sicht aus dem Zugfenster nicht so besonders ist. Unsere Mitreisenden vertreiben sich die Zeit mit Karten spielen, lesen oder schlafen. In ein paar kleinen Orten macht der Zug einen kurzen Stopp, der von einigen zur Rauchpause benutzt wird - denn im Zugabteil selbst herrscht Rauchverbot. Es ist merklich kälter geworden.

Um ca.19 Uhr erreichen wir schliesslich Xian, eine weitere Etappe auf unserer Reise. Um unsere Koffer brauchen wir uns nicht zu kümmern, das läuft alles automatisch ab, da von Cheng organisiert. Vor dem Bahnhof erwartet uns schon wieder unsere nächste Reiseleiterin, die uns jetzt für 3 Tage begleiten wird. Nach der Ankunft gehts gleich mal zum Abendessen in ein sehr schönes Chinesisches Restaurant. Wir Lachwurzen sitzen wieder mal beisammen und fallen überhaupt nicht auf! Das Essen ist wieder Spitze. Danach gehts zum Garden Hotel in Xiang, ein ganz ein nobles, schönes Hotel. Müde von der langen Zugfahrt genehmigen wir uns noch einen Espresso im Coffee Shop (naja und auch einen Strawberry Mouse Cake, sowie einen Lemon Mouse Cake). Leider merke ich, dass meine Hosen schon alle enger geworden sind (sind wohl durch die Klima-umstellung etwas eingegangen....??)

Hier gehts weiter.....