CHINA 2006

Online Reisebericht China und Hongkong

20.Mai 2006 Guilin - Yangshuo (New Century Hotel)

In Guilin und Yangshuo gibts viele BMW (BMW = Bauer mit Wasserbüffel) - Zitat vom lokalen Reiseführer

Heute ist um 9h Abfahrt vom Hotel, wir machen eine Flusskreuzfahrt am Lijiang (Li-Fluss) mit seinen wunderschönen bizarren Karstbergen. Hunderte kleine und grössere Schiffe und Boote sind unterwegs und fassen die Touristen auf. Der Li-Fluss ist fast "Pflicht" auf jeder China Rundreise.

Fahrt am Li-Fluss

Wir machen auf der 5-stündigen Fahrt von Guilin nach Yangshuo auch Halt bei der "Krone- Tropfsteinhöhle".  Am Anlegeplatz warten schon wieder die "Hallo Leute" auf uns. Man kann sich mit zwei Kormoranen fotografieren lassen - wenn man will. Oder man kann sich mit einer Sänfte bis zur Höhle tragen lassen - wenn man zu faul zum Gehen ist.  Postkarten, Bücher und sonstiger Krimskrams wird uns angeboten, alles natürlich "cheap" und wir sollen wenigstens "looki-looki" machen...

Die Kormorane der Kormoranfischer

Die Tropfsteinhöhle schliesslich - schon gewaltige Ausmaße, aber LEIDER furchtbar kitschig beleuchtet - in rot, grün, blau und gelb - es fehlt eigentlich nur mehr das Lametta oder die Discomusik. Vor und hinter uns andere Gruppen - Reiseführer die ins Megaphon brüllen, Stimmengewirr und Menschenmassen. Unser Guide kommt gegen den Lärm fast nicht an. Ein Stück weiter - wir steigen in eine kleine Bahn ein - die Fahrt geht tiefer in die Höhle  hinein. Dann wieder ausgestiegen - in Boote eingestiegen - rein in die Finsternis - jeder bekommt eine Taschenlampe in die Hand. Hier ist es leiser, man hört nur das klatschende Geräusch der Paddel - jedenfalls so lange, bis ein anderes Boot entgegen kommt. 

  

Foto links: Krone- Tropfsteinhöhle

Li-Fluss

Zurück am Li-Fluss, Karstberge - grün bewachsen, eine Landschaft wie ein Gemälde - Wasserbüffel, die sich im Wasser abkühlen. Plötzlich .... "Hallo Leute" schippern auf Bambusfloßen zum Schiff, hängen sich daran und zeigen rufend und winkend ihre "Schätze" - kitschige Jadefiguren, Holzschnitzereien alles natürlich "cheap".  Dann Lunch am Schiff - vor jedem Fenster ein "Hallo Mann"  - es muss doch bei den Langnasen etwas zum Anbringen sein....

sogar am Li-Fluss gibts "Hallo-Leute"

 

Li-Fluss

am Li-Fluss

der malerische Li-Fluss

Schliesslich erreichen wir Yangshuo - der Weg zum Hotel, ca. 20 Minuten Gehzeit - wir legen ihn zu Fuss zurück. Links und rechts Marktstände - eine richtige "Hallo-Strasse" und das fast bis zum Hotel. Dort dann einchecken im "New Century Hotel"  einem 3-Stern Hotel, das aber um nichts anders ist, als das 5-Stern Hotel am Vortag. Der restliche Nachmittag steht zur freien Verfügung...

Yangshuo - eine kleine Stadt - bzw. ein Dorf (hier gibt es nur 6.000 Einwohner), alte Gebäude - urig aber ansprechend.  Zahlreiche kleine Restaurants und Gaststätten gibt es hier, mit gemütlichen Gastgärten im Freien. Hier kann man sitzen und die Szenerie auf sich wirken lassen ... Kleine Geschäfte, die Souvenirs anbieten... und schliesslich - einzigartig  in China - die "Langnasenstrasse", sowas gibt es wirklich nur hier. Nein, sie heisst nicht wirklich "Langnasenstrasse" .... sie wird von den Chinesen nur so genannt, wegen der Biergärten und weil sich hier eben besonders gerne die "Langnasen" aufhalten.  Und viele Chinesen kommen deswegen hierher "schauen". 

 

die "Langnasenstrasse" in Yangshuo

Wir setzen uns in ein kleines Restaurant und essen eine "Russian Soup" Super-scharf, aber sehr gut. Dann noch "Fried Bananas" und Espresso als Nachtisch. Und weiter gehts durch die Gassen von Yangshuo... langsam beginnt es zu dämmern. Wir setzen uns vor ein Pub und geniessen "peoplewatching". Ein kleiner chinesischer Junge kommt auf uns zu - fragt uns auf Englisch, woher wir kommen und wie wir heissen. Er erzählt, er wohne hier, sei 7 1/2 Jahre alt, und er wolle später mal nach Shanghai ziehen um zu studieren. Er setzt sich zu uns und es entspinnt sich eine nette Unterhaltung. Ich muss das natürlich auf Video festhalten. Wie ein Profi erzählt er von sich vor laufender Kamera - ganz so, als ob er das schon 100mal gemacht habe. Wir wundern uns über sein gutes, akzentfreies Englisch - und das mit diesem Alter - unwahrscheinlich. Dann sagt er, er müsse nun gehen - wir geben ihm zum Abschied ein paar Euro-Cent, da er gesagt hat, dass er Münzen in Fremdwährung sammelt.

Kurz darauf gesellen sich Sabine und Jürgen zu uns. Hier ist ab 18 Uhr "Happy Hour" und man bekommt zwei Cocktails zum Preis von einem - das muss man natürlich ausnutzen. Wir erzählen von unserem Erlebnis mit dem kleinen Jungen, und sein unglaublich gutes Englisch. Ein paar Minuten später läuft er wieder daher und setzt sich noch mal zu uns. Es ist wirklich unglaublich - fließendes Englisch und das mit diesem Alter.... Er meint französisch könne er auch, aber nicht besonders gut... Da meint Kurti - er solle mal was auf chinesisch sagen....  Ja - nach chinesisch haben wir natürlich vorher nicht gefragt , aber man nimmt ja an, dass ein Chinesenjunge chinesisch kann. Und er kann auch, allerdings scheinbar nur "Ni-Hau" (Guten Tag) und si-ä si-ä (danke) - und das erklärt nun sein gutes Englisch :-)))

Dann ist es dunkel geworden und wir machen uns auf den Weg zu unserem Hotel. Am Platz vorm Hotel werden Abend für Abend zahlreiche Garküchen aufgebaut. Es brutzelt und zischt - Flammen schiessen aus Woks - in Eimern und Bottichen Fische, Kröten und was sonst noch auf der Erde kreucht und fleucht. Auch Wasserratten sollen hier angeboten werden - kantonesische Küche - hier wird alles gegessen, was man sich vorstellen oder nicht vorstellen kann....

Wir haben heute Abend noch was vor: unser lokaler Reiseleiter hat uns einen Tipp gegeben - es gibt hier eine Show, die sehr gut sein soll: die "Impression Sanjie Liu" mit schönen Gesängen, Kostümen und gigantischer Lichtshow. Einige von unserer Gruppe haben sich entschlossen, sie anzusehen. Um 21h30 werden wir mit dem Bus vom Hotel abgeholt, Beginn ist um 22h30. Und unser Reiseleiter hat uns nicht zuviel versprochen... es ist wirklich ein Erlebnis.

Am Ende der Vorstellung - ein Phänomen...... das Stadion leert sich innerhalb von nur 2 Minuten. Die Musik ist noch nicht zu Ende, die Leute stehen schon auf und hasten eilig zum Ausgang.... chinesische Mentalität - nur das "hier gewesen sein" zählt, man WAR hier und nun schnell wieder raus. Die zahlreichen Darsteller der Show (bestimmt um die 300 an der Zahl) verbeugen sich vor den leeren Sitzen. Eine Menschenmasse wälzt sich zur gleichen Zeit zu den Ausgängen.....

21.Mai 2006 Yangshuo - Guilin - Weiterflug nach Hongkong

Heute heisst es Abschied nehmen von Guilin... Nach dem Frühstück machen wir um 9h noch eine 2 stündige Fahrradtour. Bis auf zwei Personen fahren alle aus den beiden DerTour-Reisegruppen mit....

unsere Fahrradtour  in Yangshuo - wir sehen wie die Landbevölkerung lebt..

....wir sehen die Reisfelder der Bauern

Yangshuo

Am Fluss machen wir Halt, stellen die Räder ab und machen einen kleinen Spaziergang durch die Reisfelder. Ich ziehe einen Rattenschwanz von "Nachwuchs- Hallo Leuten" hinter mir nach: kleine chinesische Mädchen, die ihre Blumenkränze anbringen wollen. Cheng fragt, wieso sie alle zu mir kommen, Kurti meint - wahrscheinlich sehe ich so kauflustig aus.....

Zurück von der Tour, duschen wir uns noch schnell ab, denn um 12h müssen die Koffer vor die Türe gestellt werden und dann gehts noch zum Mittagessen ins Restaurant des New Century Hotels.

Um 13h30 erfolgt schliesslich die Abfahrt mit dem Bus in Richtung Guilin.... Kurz vor Guilin besichtigen wir noch eine Perlenmanufaktur (Salt Water Pearls), dann gehts endgültig weiter Richtung Airport. Im Bus noch erfolgt die allgemeine Verabschiedung von Cheng - er wird heute unsere Gruppe verlassen und nach Shanghai weiterfliegen. Beim Check-in am Flughafen ist er noch dabei und wartet, ob wohl alles glatt abläuft. Wir hatten wirklich Glück - denn ob einem eine Reise gut oder nicht so gut gefällt, hängt nicht nur davon ab, wie die Route zusammengestellt ist, sondern es liegt zum grossen Teil auch an der Reiseleitung, bzw. am Reiseleiter. Und Cheng hat uns auf humorvolle Weise China näher gebracht und Dinge erzählt, die in keinem Reiseführer stehen....

Das Check-in verläuft ohne Probleme .... nur dass fast alle Koffer 2-4kg Übergewicht haben... aber die Hainan Arline ist diesmal grosszügig, es muss keiner von uns aufzahlen. An Bord bekommen wir (obwohl der Flug nur 1 Stunde dauert) Kaffee und Kuchen, sowie Softdrinks nach Wunsch...

In Hongkong angekommen - es regnet schon wieder - nehmen wir vorerst mal unsere Koffer entgegen. Draussen in der Ankunftshalle des Flughafens werden wir dann schon von unserem neuen Reiseleiter Vincent empfangen.... Für die meisten ist er nur ein Reiseleiter für die Fahrt zum Hotel. Im Bus werden schon mal die Voucher für die Rundreise eingesammelt, sowie die Hotelgutscheine für diejenigen, die ihren Aufenthalt in Hongkong um ein paar Tage verlängert haben. Für die meisten unserer Gruppe ist morgen der Rückreisetag. Zwei von unserer Gruppe B  sind schon heute in ein anderes Hotel in Kowloon gezogen. Nun sind wir nur mehr 16 Leute.

Auf der Fahrt zum Hotel fragt uns Vincent, was uns von unserem vorherigen Reiseleiter über China erzählt wurde, er müsse wahrscheinlich einiges davon berichtigen. So sei der Jinmao Tower in Shanghai nicht  420,5m sondern nur 420m - und somit nicht höher, sondern nur gleich hoch wie das höchste Gebäude in Hongkong. Weiters habe die Staumauer des Yangtze so grosse Risse, dass man den Kopf hineinstecken könne. Er könne uns das jetzt ja schon sagen, da wir ja schon dort gewesen wären.

Anmerkung:  Das von den Rissen in der Staumauer hatten wir ja vorher schon mal im TV gehört.... Aber trotzdem - irgendwie hatte man das Gefühl, dass zwischen Vincent und dem restlichen China sowas wie Rivalität herrschte.... - so kam es jedenfalls bei uns durch, lt. seinem Gerede. Insgesamt also ein bitterer Beigeschmack - nicht in Bezug auf China, sondern in Bezug auf Vincent. Aber dafür sagte er jedem seine Sitzplatznummer im Flugzeug - und auf die Frage, woher er auch die wisse, meinte er, es sei seine Aufgabe ALLES zu wissen.

Um ca. 23h erreichen wir schliesslich das City Garden Hotel und bekommen unsere Zimmerschlüssel. Ich frage schon mal, wie es mit dem Internetzugang aussehe, ob es auf dem Zimmer auch Breitbandanschluss gebe und wieviel die Nutzung kosten würde. Vincent meint, es wäre IM MOMENT, zu dieser Stunde gratis, ob es morgen auch noch so wäre, wisse weder er, noch die Hotelangestellten und ich solle halt morgen noch mal fragen, wenn es mir möglich wäre.

Nachdem unsere Koffer am Zimmer sind, treffen wir uns noch mit  Sabine + Jürgen (die morgen abreisen), Thea + Werner (die morgen das Hotel wechseln), Dagmar und Horst in der Hotelbar, wo wir noch bis 00.30h gemütlich beisammen sitzen.....

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